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Sonntag, 01 Dezember 2013

Kolumne: Plötzlich ist ein Stiefsohn da

in Fremder im eigenen Haus? Oder: Wie das Leben einer Familie durch ein neues Mitglied auf den Kopf gestellt wird

Vor einiger Zeit bekam ich plötzlich einen Stiefsohn. Der 16-jährige Sohn meines Partners hat zuvor bei seiner Mutter gelebt. Aber nach heftigen und andauernden Konflikten lief er von zu Hause weg und zog zu seinem Freund. Seine Mutter bekam daraufhin Probleme mit dem Jugendamt, und nun hat der Vater seinen Sohn zu uns geholt. Da die Zeit drängte, gab es für mich keine andere Möglichkeit, als dieser Variante zuzustimmen, und nun bereue ich es.

Der Junge ist nett, ruhig, entspannt und freundlich, und es gibt im Grunde nichts, das ihm nachgesagt werden kann, außer dass er die Schule abgebrochen und bis jetzt noch keine Arbeit gefunden hat. Es ist nicht einfach, ihm aus dieser Situation heraus zu helfen. Dennoch habe ich nun das konstante Gefühl, als würde jemand in mein Leben eindringen.

Ein Fremder ist in mein Haus gezogen, isst mein Essen und verwüstet das Badezimmer. Ich bin ständig genervt, obwohl ich auch merke, wie mich das verwirrt und wie irrational ich manchmal handle, wobei ich diese Gefühl nicht gegen den Jungen richte. Ich merke nur, dass ich mich in Gefahr befinde, damit meine Partnerschaft zu riskieren.

Ich bin Lehrerin und interessiere mich gundsätzlich für Kinder und mag sie sehr. Ich selbst habe zwei erwachsene Kinder, die ihr eigenes Leben leben. Und nun fühle ich diesen Feind in meinem Haus, sodass ich ein intensives Gefühl nach Alleinesein habe und gerne die Tür hinter mir verschließe. Wenn diese schlechte Laune vorüber ist, so tut es mir im Nachhinein leid, und wenn ich mich dann dem Jungen vorsichtig nähere, dann hat er doch Besseres zu tun - wie zum Beispiel ein Buch zu lesen, anstatt mich anzuhören.

Ich habe meinem Partner auch schon den Vorschlag gemacht, dass er mit seinem Sohn in eine eigene Wohnung zieht und wir trotzdem ein Paar bleiben. Aber dieser Vorschlag ist nicht gut bei ihm angekommen. Er meinte, dass meine schlechte Beziehung zu seinem Sohn unsere Beziehung zerstört. Haben Sie einen Rat für mich?

Weiterlesen (derStandard.at)

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